Neuigkeiten und Diskussionen

Letzte Woche hatten wir Gelegenheit, uns mit Wolfgang Rehling (Weser-Stadion GmbH) und Thorsten Nagel (Procon Ingenieurgesellschaft) über den Umbau des Weserstadions auszutauschen. Aktuell wird ja gerade die Westkurve umgebaut, und diese bildete auch den Kern unseres Gesprächs.

Herr Nagel führte uns die Bauzeichnungen vor, die für diesen Teil des Stadions naturgemäß inzwischen sehr genau sind. Die Westkurve wird auf dem Niveau des Unterrangs einen großen Gastronomiebereich mit Aussicht Richtung Weser und Osterdeich besitzen und über umfangreiche sanitäre Anlagen verfügen. Die Anzeigetafeln werden nicht mehr hinter den Fans stehen, sondern vor den beiden Kurven unter dem Dach hängen. Aus Fansicht erschien uns vor allem eine gute Planung in Sachen Gästeblock wichtig. Dieser wird wieder in der Westkurve in Richtung Nordgerade liegen, allerdings werden anders als bisher alle Gäste im Oberrang stehen beziehungsweise sitzen. Sie werden in einem abgeriegelten Bereich zu ihrem Block geführt. Dieser lässt sich von knapp 1000 Plätzen auf bis zu knapp 4000 Plätze erweitern, indem der Trennzaun zu den Werderanhängern immer weiter Richtung Südgerade verschoben wird. Nach vorne hin soll auf hohe Zäune verzichtet werden, lediglich ein Fangnetz soll im Falle eines Falles Wurfgegenstände aufhalten. Wie auch bei den Fangnetzen hinter den Toren bemühe man sich hier aber um eine variable und möglichst durchsichtige Lösung.

Es gibt aber auch einen Aspekt, in dem wir mit der bisherigen Planung eher unzufrieden sind: Steh- und Sitzplatzbereich im Gästebereich sollen nicht nebeneinander, sondern hintereinander liegen: Vorne wird es zunächst einige Sitzreihen geben, dahinter dann der Stehplatzbereich. Obwohl wir deutlich machten, dass wir mit solchen Arangements (in Dortmund und Hoffenheim) bisher nur schlechte Erfahrungen (Streit um (Sitz-)Plätze und Fahnenplätze, Sitzer als Stimmungsbremse etc.) gemacht haben und diese unweigerlich auch in Bremen auftreten werden, sind die Planer von dieser Lösung ausgesprochen überzeugt und wollen dabei bleiben. Eventuell sollen nun aber die Sitzplätze in Form von Variositzen installiert werden, damit man gegebenenfalls noch zurückrudern kann.

Bezüglich der Ostkurve besprachen wir vor allem das Thema Variositze, das uns besonders am Herzen liegt. Unser Vorschlag, das selbe System wie in Hamburg zu verbauen, weil es mit weniger Wellenbrechern auskommt und daher nicht so einengend wirkt wie das aktuelle System, wurde zwar durchaus gehört und in Erwägung gezogen. Nach Auffassung der Planer verursache jenes System aber erhebliche Mehrkosten. So sei beispielsweise der Umbau bei jedem internationalen Spiel erheblich teurer, und die Sitze gingen relativ schnell kaputt. Daher soll es nach aktuellem Stand nicht eingebaut werden. Da wir mehrfach betonten, wie wenig zufriedenstellend das aktuelle System ist und welch große Chance wir in dem bevorstehenden Umbau sehen, versprach Herr Nagel, nochmals alle Möglichkeiten mit allen Beteiligten zu erörtern. Wir werden in dieser Sache jedenfalls weiter auf eine fanfreundliche Lösung drängen und zur Frage der angeblichen Mehrkosten Erkundigungen einholen.

Es gibt zwar bereits Pläne zur Ostkurve, diese sind aber noch eher grob. Das hat zwei Folgen: Zum einen konnten wir nur wenig über konkrete bauliche Details reden. Wir merkten an, dass wir Fans uns wie bisher Lagerräume unter den Rängen wünschen, dass die Zäune niedrig bleiben sollen und dass der Fanszene Möglichkeiten bei der Gestaltung der Pausentreffs gegeben werden sollen. Im Einzelnen sollen diese und andere Punkte bei einem weiteren Treffen besprochen werden. Auf der anderen Seite sind für die Ostkurve auch noch keine wirklich detaillierten Informationen weiterzugeben. Die Kapazität des Unterrangs wird durch die Verlegung des Spielertunnels in Richtung Südgerade wohl leicht ansteigen. Wie auch in der Westkurve soll es einen vergrößerten Gastronomiebereich hinter dem Unterrang geben, dazu kommen neuerdings auch Gastronomie und Toiletten hinter dem Oberrang. Die Aufteilung der Blöcke ist noch nicht festgelegt.

Es gab leider einige Punkte, bei denen die mit den Planungen betrauten Ingenieure uns wenig Auskunft geben konnten, weil sie nicht direkt ihren Planungsbereich betreffen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Gestaltung von Banden beziehungsweise potentiellen Fahnenplätzen und die Frage, inwiefern der baulich gegebene freie Stadionumlauf an Spieltagen tatsächlich frei nutzbar ist. Wir hoffen, dass bei künftigen Gesprächen auch wieder Verantwortliche des SV Werder beteiligt sind, die hier verbindlich Auskunft geben können.

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