F.A.Q.

F: Warum hängt ihr eigentlich so am Namen Weserstadion? Das ist doch leichtverdientes Geld, das Werder unbedingt mitnehmen sollte!

A: Viele Leute fragen sich, warum man mehrere Millionen Euro, die jemand für so etwas wertloses wie einen Stadionnamen bezahlen möchte, nicht einfach mitnehmen soll. Unsere Antwort darauf ist: “Weserstadion” ist mehr als nur ein Name!

Ein Fussballverein lebt von seinem Identifikationswert für die Fans. Die allermeisten von uns sind “schon immer” Werderfans und hängen an ihrem Verein in guten wie in schlechten Zeiten. Es geht nicht darum, dass wir den schönsten Fussball spielen und auch nicht um bestimmte Spieler. Es geht um den Verein, es geht darum, dass es unser SV Werder Bremen ist. Doch woran macht sich das fest? Ein Verein hat nur wenige Merkmale, die ihm klar zuzuordnen sind und ihn von den vielen anderen unterscheiden. Dazu gehört natürlich der Name, die Stadt, die Farben und eben das Stadion. Es ist Teil der Identität von Werder und von Bremen. Diese Merkmale dürfen nicht verschwinden, denn über sie definiert sich ein Verein. Auch wenn auf einmal ein anderer Verein elf viel bessere Spieler in ein viel schöneres Stadion in unserer Nähe schicken würde: Wir würden nicht hingehen, denn wir gehören zum SV Werder Bremen.

Das Weserstadion ist seit Jahrzehnten ein Teil davon. Wenn sich mit der Zeit die oben genannten Merkmale alle verändern, dann wird dieser Verein nicht mehr unserer sein bzw. man wird ihn kaum wiedererkennen. Darum wollen wir ihn so erhalten, wie er ist. Natürlich verändert sich der Sport, wie alles andere um ihn herum auch. So muss sich auch der Verein verändern. Das Stadion muss mal wieder ausgebaut werden und Werder geht dabei mit der Zeit. Doch das sollte nicht bedeuten, dass auch der Name des Stadions dabei weggeworfen wird. Nicht aus verbohrtem “Traditionsbewusstsein” sondern aus Liebe zu dem, woran wir unseren Verein seit Jahren und Jahrzehnten erkennen, sind wir für den Namen “Weserstadion”.

Auch wirtschaftlich muss das nicht zwingend ein Nachteil sein. Abseits des schnellen Gelds durch das Stadionsponsoring könnte sich Werder als ein Verein etablieren, der sich und sein Äusseres nicht verkauft hat. Allein die Tatsache, dass man in diesem Fall gegen den Strom schwimmt, kann viele Sympathien einbringen. Und, wie oben beschrieben, kann der Erhalt der klassischen Vereinsmerkmale auch Pluspunkte in der “Kundenbindung” bringen. Auch so etwas schlägt sich finanziell nieder und bringt den Verein langfristiger nach vorne. Abseits von Werder selbst ist der alte Name auch Werbung. Nicht für ein Unternehmen, sondern für die Stadt an der Weser, für Bremen. Der gehört die Hälfte des Stadions und sie sollte sich diesen Werbeeffekt nicht einfach abkaufen lassen.

Darum: Für Werder, für Bremen, für das “Weserstadion”.

___________________________

F: Warum habt ihr euch so für den Erhalt der Flutlichtmasten eingesetzt?

A: Weil sie die Einzigartigkeit des Weserstadions symbolisieren und einen Anhaltspunkt bieten, den man aus der ganzen Stadt und darüber hinaus erkennen kann. Weil erhabene Gefühle von Zuhausesein in uns aufsteigen, wenn nach langer Reise endlich die unverkennbaren Masten in Sicht kommen und wir selbst noch ungeduldig die Erdbeerbrücke passieren. Weil es jedes Mal aufs Neue kribbelt, wenn wir bei Abendspielen einen erhellten Fleck über dem Bremer Himmel ausmachen, aufgeregt den Osterdeich erklimmen und dann beim Anblick der imposanten Szenerie auf einmal ganz sicher sind, dass wir Chelsea London heute Abend als Verlierer nach Hause schicken. Und wie oft lagen wir damit richtig: Dynamo Berlin, Spartak Moskau, Neapel, Anderlecht, Lyon, Parma und Valencia haben wir spektakulär besiegt. Dabei mögen wir in der Erinnerung vielleicht schon das ein oder andere Tor vergessen haben – das Bild der erhellten Flutlichtmasten hält sich hingegen hartnäckig vor unserem geistigen Auge.
Wir wissen alle sehr wohl, dass unsere Art von Belichtungsanlage überaltert ist, durch im Dach integrierte Scheinwerfer leicht ersetzt werden kann und letztendlich nur als dekoratives Element im umgebauten Weserstadion dienen würde. Doch sind wir der Meinung, dass das als alleiniger Grund ausreicht. Ob in Schalke, München, Hamburg, Frankfurt, Gladbach oder Köln – im Grunde genommen hebt sich kein Stadion mehr von dem anderen ab. Lässt man auf der Suche nach dem Fußballstadion den Blick über die Skyline der genannten Städte schweifen, hat man zumeist eine niedrige Erfolgsquote. Das neue Mehrzweckarenenallerlei macht eine Unterscheidung zwischen überdimensioniertem Einkaufscenter und Stadion so unmöglich, dass man als Ahnungsloser selbst fünf Meter vor den Drehkreuzen noch der festen Überzeugung ist, sich verlaufen zu haben.
Wir wollen, dass Werder sich von genau diesem Trend abhebt. An den Masten hängt ein gewaltiger Batzen an Geschichte und Identifikation. HSV-Fans sollen am besten schon in Hemelingen erkennen, dass sie sich dem Bremer Weserstadion nähern, wo sie brav ihre Punkte abliefern, um nach dem Spiel geschlagen zurück in ihre Hütten zu ziehen.
Blieben die Flutlichtmasten, dann auch ein beträchtlicher Teil des Respekts, der dem Weserstadion entgegengebracht wird. Deshalb, und nicht zuletzt auf Grund der Bewahrung des einzigartigen Image des SV Werder, haben wir Werder-Fans uns für ihren Verbleib eingesetzt. Da ihr Abriss für den Umbau notwendig erscheint, haben wir diese Forderung leicht abgeschwächt.
_____________________________________
…wird demnächst erweitert… Weitere Fragen? Mailen!